Integrationskonzept der Kindertagesstätte Zauberland, Nideggen

1. Unser Verständnis von Integration

Die Kindertagesstätte bietet jedem Kind einen Ort, an dem es nach seinen Bedürfnissen und seinem Entwicklungsstand entsprechend leben und lernen kann. Dabei werden Kinder mit Behinderung, von Behinderung bedrohter Kinder und altersgerecht entwickelte Kinder so in der Gruppe einbezogen, dass sie in ihrer Persönlichkeit wahrgenommen werden und den Alltag gemeinsam gestalten und erleben. Spezielle Angebote finden sowohl in der Einzelförderung als auch in der gesamten Gruppe statt. Sie sind so ausgerichtet dass jedes Kind, entsprechend seinen Möglichkeiten, daran teilnehmen kann.


2. Das Integrationsteam

Das Integrationsteam besteht aus den pädagogischen Fachkräften der Kindertagesstätte (siehe Punkt "Team") und angestellten und externen Therapeuten.

Aufgaben der Therapeuten

Gabriele Dietz, Sprachtherapeutin (angestellt mit wöchentlich 19,5 Stunden)
Gabriele Dietz ist seit 2000 im Zauberland tätig. Als Quereinsteiger hat sie berufsbegleitend die Ausbildung als kommunikative Sprachtherapeutin gemacht. Verschiedene Fortbildungen in den Bereichen der Kindertherapie schaffen weitere Grundlagen.
Sie arbeitet vorwiegend in der Räubergruppe mit folgenden Bereichen:

- Myofunktionstherapie
- Praxisorientiertes Therapiekonzept zu phonologisch-phonetischen Störungen
- Spiel und Kommunikationsorientiert
- Gebärdensprache
- Unterstützte Kommunikation mit verschiedenen Hilfsmitteln
- Sprachförderung der Kinder, die nach dem Diagnoseverfahren Delfin 4 zusätzliche spezielle Sprachförderung benötigen
- Förderung der Vorschulkinder zur Phonologischen Bewusstheit mit dem Würzburger Trainingsprogramm Hören, Lauschen, Lernen
- Weiterbildung Psychomotorik

Sarah Rixen, Logopädin, hat nach ihrem Examen 2001 zunächst 4 Jahre in einer logopädischen Praxis in Reutlingen gearbeitet. Seit Sommer 2005 ist sie mit jeweils 50% in unserer Kindertagesstätte und dem Sozialpädiatrischem Zentrum des St. Marienhospitals in Düren - Birkesdorf angestellt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt schon lange auf der Arbeit mit entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern. In unserer Tagesstätte arbeitet sie in der Sprachtherapie überwiegend mit den integrativen Kindern der Hexengruppe.

Schwerpunkte:
- Therapie nach Barbara Zollinger
- Mund-und Esstherapie sowie Fütterstörungen
- Stottern
- Therapie des Dysgrammatismus
- Therapie phonologischer Störungen
- Therapie bei geistigbehinderten Kindern
- GUK (gebärdenunterstützte Kommunikation)

Andre Molitor und Daniela Schönen, Kinderphysiotherapeuten

Seit dem Start der integrativen Arbeit in unserer Kindertagesstätte behandelt Andre Molitor die behinderten Kinder beider integrativen Gruppen. Er besitzt eine eigene Praxis in Kreuzau mit unter anderem dem Schwerpunkt Kindertherapie für Säuglinge und Kleinkinder. Er selbst ist Kinder Vojta-Therapeut und engagiert sich in Frankfurt in der Vojta-Lehrtherapie. Weitere Fortbildungen wurden in der manuellen Therapie von Säuglingen, in der dreidimensionalen Fußtherapie nach Zukunft Huber sowie der Atemtherapie für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma und Mukoviszidose absolviert. Daniela Schönen ist Mitarbeiterin der Praxis Molitor und arbeitet seit 2004 in unserem Team. Sie ist Kinder Bobath-Therapeutin und Kinderrückenschulleiterin. Cranio Sacrale Therapie, dreidimensionale Fußtherapie nach Zukunft Huber und Atemtherapie bei chronischen Lungenerkrankungen gehören bei ihr zu den Fortbildungsqualifikationen. Nähere Erläuterungen zu den einzelnen Therapiemethoden finden Sie auf der Internetseite der Praxis Andre Molitor. (www.praxis-andremolitor.de)

Ron Kayser, Diplom-Psychologe

Angestellt seit 1990 am St. Marienhospital Düren im Sozialpädiatrischen Zentrum.
- Diplom-Psychologe
- Diplom-Sportlehrer
- Psychologischer Psychotherapeut (eingetragen im Arztregister KV Nordrhein)
- Kinder und Jugendpsychotherapeut (eingetragen im Arztregister KV Nordrhein)

Ron Kayser arbeitet, seit Beginn unserer Kooperation mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum 1998, zwei Mal wöchentlich in den integrativen Gruppen in den Bereichen:
- Entwicklungsdiagnostik
- Chronische Erkrankungen
- Fallsupervision

Teilnahme an den Therapien

Für Kinder mit Behinderung werden die erforderlichen Therapien in der Kindertagesstätte im Rahmen der vorgegebenen öffnungszeit angeboten und durchgeführt.
Externe Therapien im Rahmen der Kindergartenzeit sollen nur durchgeführt werden, wenn die Kindertagesstätte hierzu keine entsprechenden Therapeuten bzw. Möglichkeiten hat.



3. Aufnahme eines Kindes mit Behinderung

Die Aufnahme richtet sich nach den bestehenden Aufnahmekriterien der Elterninitative Nideggen e.V. (siehe Konzept Punkt...)

In einem ausführlichen Aufnahmegespräch mit der Leiterin der Einrichtung und einer pädagogischen Fachkraft der integrativen Gruppen wird mit Hilfe eines Annamnesebogen der Entwicklungsstand des Kindes besprochen. Genaue Angaben der Eltern zum Entwicklungsverlauf des Kindes, der Behinderung und den schon eingesetzten therapeutischen und ärztlichen Maßnahmen bieten dem Team eine erste Grundlage zur Entwicklungsdiagnostik, welche für die Ersterstellung eines Förderplanes notwendig ist.

Bei der Aufnahme des Kindes in die Kindertagesstätte erhalten die Eltern einen Leitfaden, der bei den erforderlichen Behördengängen unterstützen soll.


4. Die Eingewöhnungsphase

Grundlage für die erfolgreiche Eingewöhnung in unsere Kindertagesstätte ist das bestehende Eingewöhnungskonzept, angelehnt an das Berliner Modell (siehe Konzept, Punkt 3.5.)

Für Kinder, die einen integrativen Platz in unserer Kindertagesstätte belegen, ist es wichtig in dieser Phase auch eine Beziehung zu den behandelnden Therapeuten aufzubauen. Hierzu sind folgende Schritte hilfreich:

- In der ersten Woche der Eingewöhnung arbeiten die Therapeuten in der Gruppe mit.
- Ab der zweiten Woche begleiten die Eltern die Kinder in die Therapie. Nach Möglichkeit soll diese Begleitung 4 Wochen andauern, damit die Kinder ausreichend mit den Therapeuten, den Therapiemethoden und den dazugehörigen Räumen vertraut sind.


5. Zusammenarbeit der pädagogischen Mitarbeiter und Therapeuten

In der täglichen Arbeit erfolgt ein regelmäßiger Austausch zwischen pädagogischen Mitarbeitern und Therapeuten. Für jede Gruppe findet ein wöchentliches Team statt, welches je nach Anliegen und Notwendigkeit mit den behandelnden Therapeuten, dem Psychologen und der Leiterin stattfindet.

1 Monat nach Beginn der Integrationsmaßnahme findet ein Befundteam statt, um die bis dahin gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen zu bündeln und den entsprechenden Förderplan zu erstellen. Im Zeitrahmen von 5 Monaten werden für alle Kinder die Förderpläne im gemeinsamen Team besprochen und aktualisiert.


6. Dokumentation der Integrationsmaßnahme

Entwicklungsbögen und Diagnostikbögen sind Grundlage der pädagogisch-therapeutischen Arbeit und der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Die Therapeuten führen fachlich spezifische Dokumentationsbögen.

Die pädagogischen Mitarbeiter verwenden ein einzelfallbezogenes Dokumentationssystem nach dem Qualitätsentwicklungsverfahren "Quint" an.

Die "Quint"- Dokumentation ist ein teilstandardisiertes Instrument, welches eine ausführliche Beschreibung der Entwicklung und des Hilfebedarfs in festgeschrieben Bögen erfragt, aber auch zusätzlich offene und qualitative Beschreibungen ermöglicht. Innerhalb des Zeitraums der Integration, werden ein Aufnahmebogen, weitere Verlaufsbögen und ein Abschlussbogen erstellt.

Die Bögen unterteilen sich in folgende Bereiche:
- Praktische soziale Selbstständigkeit.
- Wahrnehmung.
- Motorik.
- Kognition und Lernverhalten.
- Kommunikation.
- Emotionale Entwicklung.
- Spielverhalten.
- Auffälligkeiten im Verhalten.
- Zusammenarbeit in der Gruppe.

Anhand der Einschätzung des Kindes in den genannten Bereichen wird ein halbjährlicher Förderplan erarbeitet. Diese beinhalten sowohl kindbezogene Ziele, die in der pädagogischen Arbeit mit dem Kind verfolgt werden, als auch Eltern - bzw. familienbezogene Ziele, die mit den Eltern und der Kindertagesstätte vereinbart wurden. Die hier dokumentierten Ziele sind Grundlage der Elterngespräche (siehe Punkt 8)

Je nach Verlauf der Integration, besteht die Möglichkeit zum Wechsel in den Entwicklungs- und Dokumentationsbogens für Kinder mit altersgerechter Entwicklung (siehe Konzept Punkt 3.8.).


7. Zusammenarbeit mit Eltern

Integration wird in der Kindertagesstätte auf vielen Ebenen vollzogen. Neben der Interaktion zwischen den Kindern und den Fachkräften ist die Kommunikation mit den Eltern unabdingbar. Ein Austausch über die Entwicklung des Kindes in der Familie und in der Kindertagesstätte verhilft allen dazu ein einheitliches Bild zu bekommen und daran alle weiteren Maßnahmen anknüpfen zu können. Neben den täglichen Gesprächen zwischen pädagogischen Mitarbeitern und Eltern stehen auch die Therapeuten nach Absprache den Eltern zum Austausch zur Verfügung.

Halbjährlich findet ein Elternsprechtag statt, bei dem alle zuständigen Mitarbeiter und Therapeuten, die an der Integrationsmaßnahme beteiligt sind, zur Verfügung stehen. Die Eltern können sich dabei in ein vorgegebenes Zeitraster eintragen und somit die Reihenfolge ihrer Gespräche selber bestimmen. Grundsätzlich ist die halbjährliche Teilnahme an Elterngesprächen verpflichtend.

Für das Sozialpädiatrische Zentrum nimmt zusätzlich Dr. Grothe (Oberarzt) am Elternsprechtag teil.

Wenn erforderlich, findet in Abstimmung mit den Eltern ein Hilfeplangespräch unter Einbeziehung weiterer fachlicher Hilfe statt. Dies können zusätzliche Therapeuten, ärzte oder auch Mitarbeiter der Jugendhilfe sein.

Wird das Kind schulpflichtig, berät das Team die Eltern in der Frage der Schulwahl, informiert ggf. über mögliche Förderschulen und die dazu notwendigen Antragsverfahren.


8. Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Sozialpädiatrie Birkesdorf
Praxis Molitor, Kreuzau
Frühförderstelle der Lebenshilfe Düren
Sehfrühförderzentrum Düren
Rheinische Förderstelle für Kommunikation und Hören
ATZ Aachen
Regina Klandt (Beratung, Kommunikation und Therapie für autistische Kinder)
Rheinische Kliniken Bonn
Sprachheilambulanz
Fachschulen für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege
Förderschulen